freies fränkisches bierorchester
Erwin Lipsky
fränkische Volksmusik

Das Projekt "Bierorchester"

Die Kultur eines Landes misst sich nicht nur daran, wie viele berühmte Künstler, Dichter und Denker es hervorgebracht hat und wie viele Opernhäuser es subventioniert. Sie misst sich auch daran, wieviel Überliefertes in den Menschen noch lebendig ist, wieviel Kraft in ihren Traditionen und wieviel Weisheit in ihren Ritualen steckt.

Tradierte Volksmusik ist Tanzboden- und Wirtshausmusik. Wirtshauskultur ist Kommunikationskultur. Ist zwanglos miteinander reden, singen, spielen, tanzen. Aber die Orte und Gelegenheiten, an denen traditionelle Wirtshauskultur leben darf, sind rar geworden. Zu groß die Barrieren, die ungemütliche Mehrzweckhallen und kommunikationsfeindliche Verstärkertürme uns bauen.

Zu fremd der so genannte ,,Volkstanz’’, der uns meist als lebloser Schautanz bei Brauchtumsveranstaltungen vorgeführt wird. Zu weit weg von uns, die von Heimatgruppen akkurat bis zur Langeweile einstudierten Gesangsvorträge ehemals vitaler Wirtshauslieder.

So trägt unser kulturelles Erbe vielfach nicht mehr die Zeichen der Lust (am spontanen Singen und Tanzen), sondern die der Selbstbefriedigung (von bürokratisch organisierten Spezialistengruppen).
Und so wird kulturelles Erbe nicht mehr erneuert und weitergetragen, sondern nur noch von Volksmusikzirkeln in einem Ghetto verwaltet.

Das ,,Freie Fränkische Bierorchester’’ ist unser Versuch, ererbte Musik - die so genannte ,,Fränkische Volksmusik’’ - vom Abstellgleis der reinen Lehre zu holen. Sie in einen aktuellen Rahmen zu stellen. Konfrontationen mit Einflüssen, welcher Art auch immer, zuzulassen - ja, zu suchen.